Trauerredner -Blog/ Bestattungsformen in Deutschland
  • Mario Dieringer

Bestattungsformen in Deutschland

Aktualisiert: 21. Nov 2019


Wenn es um die eigene Beisetzung geht, werden die Wünsche in Deutschland vielfältiger, mitunter auch extravagant. Leider ist hierzulande nicht jede Form der Beerdigung erlaubt, denn oftmals scheitert es am Gesetz, das den Friedhofszwang vorschreibt.


Friedwald

Immerhin konnten sich in den letzten Jahren Friedwälder etablieren, in denen die Verstorbenen in einer Urne, zu Füßen eines Baumes bestattet werden. Ich habe auf meinem Lauf durch Deutschland, im Rahmen von TREES of MEMORY, zahlreiche Friedwälder gesehen. Meiner Ansicht nach ist der schönste Friedwald im Vogelsberg zu finden: https://www.vogelsberger-ruheforst.de/

Es gibt Unterschiede bei der Bestattung in einem Friedwald. Manche Friedwälder ermöglichen eine Plakette mit dem Namen des Verstorbenen. Manchmal gibt es auch nur Nummern und natürlich gibt es auch Friedwälder, in denen anonym bestattet werden kann und man sich den Baum merken muss, will man den Ort der Beisetzung besuchen.

Wem das nichts ist, hat dann nur noch die Möglichkeit, sich auf See bestatten zu lassen, wenn er oder sie nicht auf einem Friedhof liegen möchte. Das sind beides Möglichkeiten, die zwischenzeitlich jeder kennt. Aber was gibt es noch? Worauf kommt es an? Und worin bestehen die Unterschiede?


Erdbestattung

Eine Erdbestattung ist in Deutschland die traditionellste Beerdigungsform. Die Verstorbenen werden in einem Sarg beigesetzt und bekommen meist einen Grabstein oder eine Grabplatte, mit dem Namen und den Sterbedaten.


Klassische Erdbestattung im Sarg / Bild von elsebjgmailcom auf Pixabay


Reihengrab

Wenn Sie sich für ein Reihengrab entscheiden, dann können Sie den Platz der Grabstätte nicht frei wählen, weil die Gräber der Reihe nach vergeben werden. Die Friedhofsordnungen geben oft die Gestaltungsmöglichkeiten vor. In einem Reihengrab kann immer nur eine Person liegen. Die Liegezeit beträgt zwischen 15 und 30 Jahren. Wahlgrab

Wenn Sie sich für ein Wahlgrab entscheiden, dann können Sie den Liegeort und die Größe wählen, wenn Sie sich zum Beispiel ein Familiengrab oder ein Doppelgrab wünschen.


Ein Wahlgrab bietet zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten / Bild von Mircea Iancu auf Pixabay


Urnenbestattung auf dem Friedhof

Nach der Einäscherung im Krematorium gibt es die Möglichkeit, die Urne auf einem Friedhof Ihrer Wahl beisetzen zu lassen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

  • Urnengrab

  • Kolumbarium

  • Urnenstele


Urnengrab

Ein Urnengrab folgt den Regeln der klassischen Sargbestattung. Für Urnen stehen ebenfalls Reihengräber und Wahlgräber zur Verfügung, die kleiner sind als reguläre Grabstellen. Die Gräber können frei gestaltet und mit einem Grabstein versehen werden.


Kolumbarium

Kolumbarium

Als Kolumbarium wird eine Wand auf dem Friedhof bezeichnet, in die kleine Fächer für die Urnen eingelassen sind. Diese werden dann mit einer Platte verschlossen, auf der die Daten des Verstorbenen stehen. In italienischen Städten sind Kolumbarien die gebräuchlichste Form der Bestattung, allerdings werden in die Wände die Särge gelegt, die bis zum Ablauf der Ruhezeit liegen bleiben.


Urnenstele

Auf Friedhöfen sieht man immer öfter dekorative Urnenstelen, die Urnen, gleich den Kolumbarien beherbergen und ebenfalls eine Tafel bekommen, auf der Name, Geburtsdatum und Sterbedatum steht.

Halbanonyme Bestattung

Ich habe jetzt schon oft miterlebt, dass Hinterbliebene sich für eine halbanonyme Bestattung entschieden haben. Die Urne wird dann meist auf einem bestimmten Bereich des Friedhofs im Beisein der Trauergäste bestattet. Das Grab darf später nicht frei gestaltet werden und auch das Ablegen von Blumen ist meist nicht möglich. Aber genau deshalb entscheiden sich die Menschen, oft die Verstorbenen noch zu Lebzeiten dafür. viele möchten den Angehörigen keine Pflege des Grabes über Jahrzehnte hinweg zumuten.


Anonyme Bestattung

Bei der anonymen Bestattung kann es auf Wunsch eine Trauerfeier geben. Die eigentliche Bestattung findet aber ohne Trauergäste statt und die Angehörigen erfahren auch nicht die exakte Stelle, an der die Urne bestattet wurde. Anonym bedeutet anonym, auch für die engsten Familienmitglieder. Ein Ort zum Trauern fehlt dadurch.


Seebestattung

Das Seemannsgrab bekam früher nur, wer zur See gefahren ist. Mittlerweile steht diese Bestattungsform jedermann zu. Dazu wird der Verstorbene zunächst kremiert. Die Asche wird dann in eine wasserlösliche Urne gefüllt. Eine Rederei bringt die Urne entweder auf die Ostsee oder auf die Nordsee. An Bord kann eine Trauerfeier abgehalten werden, damit sich Verwandte und Freunde verabschieden können.


Im nächsten Artikel werde ich mich mit exotischeren Bestattungsformen beschäftigen, wie zum Beispiel die Diamantbestattung oder die Luftbestattung.

16 Ansichten